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KAATSU-Training bei Sarkopenie im Alter

Sarkopenie im Alter: Darum ist KAATSU Training gerade für Ältere die ideale Lösung.

In Japan gibt es eine traditionelle Hochschätzung des Alters, die ihren Ursprung in der Shinto Volksreligion und dem japanischen Buddhismus hat. 1966 führte die japanische Regierung einen landesweiten Feiertag zur Ehrung der Älteren (keiro no hi) ein, der jährlich im September stattfindet. Einen Tag der Senioren wird  auch in den USA gefeiert, der National Senior Citizen Day im August.

Verpflichtung gegenüber den Älteren lebt auch KAATSU-Erfinder Dr. Yoshsiaki Sato. Seit dem er sein Studio„Sato‘s Sports Plaza“ in den 1970er Jahren  in einem Vorort von Tokio eröffnete, ist das Training mit Älteren ein Schwerpunkt seiner täglichen Arbeit. Im Vergleich zu anderen Industrienationen weist Japan den am weitesten fortgeschrittenen und Alterungsprozess der Bevölkerung auf. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der größte Teil der japanischen KAATSU-Anwender in der Altersgruppe 50+ liegt.

 

KAATSU-Wirkungen für Ältere

Der große Vorteil von KAATSU für Ältere liegt in der Eigenheit mit nur minimalen Lasten trotzdem Effekte von hoch intensiven Übungen zu erzielen. KAATSU ist eine spezielle Form des Muskeltrainings, bei der sensor-kontrollierte pneumatische Bänder einen zusätzlichen Druck auf die Extremitäten ausüben und die Blutzirkulation verändern. Dieser Effekt erzeugt hormonelle und metabolische Effekte wie sie sonst nur bei einem schweren Krafttraining erfolgen, allerdings ohne die sonst üblichen hohen mechanischen Belastungen. Die Widerstände beim KAATSU-Training entsprechen Alltagsbelastungen, die normalerweise überhaupt keine Krafttrainingseffekte haben.

In einer Studie von Yasuda und Kollegen (2015) wurde an 61-85-jährigen die Wirkung eines 12-wöchigen KAATSU-Trainings auf den Muskelquerschnitt der Oberarme und die arterielle Gefässsteifigkeit (AS) untersucht. Die Untersuchung konnte zeigen, dass die arterielle Gefässsteifigkeit durch KAATSU nicht negativ beeinflusst wird, wie es eventuell durch ein traditionelles Kraftraining möglich ist.

“Die arterielle Gefässsteifigkeit ist ein wichtiger Biomarker der Gefässgesundheit. Sie spiegelt das biologische Alter wider und ist ein von klassischen Risikofaktoren unabhängiger Prädiktor (Vorhersager) für Herzinfarkt und Schlaganfall. Je höher die arterielle Gefässsteifigkeit, desto höher die Gefahr für einen zukünftigen Herzinfarkt” (Universität Basel).

Die muskulären Effekte bei unserer Kraftstudie zeigten für die Armbeuger und Armstrecker einen Muskelzuwachs von jeweils über 17%. Die maximale isometrische Kraft der Armbeuger stieg mit 16,1% doppelt so hoch an, wie die der Armbeuger (7,8%).  Zum Vergleich: Bei der Kontrollgruppe gab es bei identischem Training ohne KAATSU-Bänder keine signifikanten Veränderungen. In den Journals of Gerontology Series, konnten Ozaki und seine Kollegen (2011) zeigen, dass die Gefäßsteifigkeit bei  KAATSU-Walking auf dem Laufband sogar abnimmt. Ungewöhnlich, ja geradezu spektakulär, ist dabei die Tatsache, dass die älteren Probanden durch das KAATSU-Walking Muskeln an den unteren Extremitäten aufbauen konnten. Dieser für ein Ausdauertraining untypischer Effekte konnte von Abe und seinen Kollegen (2006) auch an jungen Männern festgestellt werden, die durch KAATSU-Walking ihre Beinkraftwerte signifikant steigern konnten.

Viele Ältere leiden an Kniegelenkarthrose. Interessanterweise ist Muskelschwäche ein primärer Faktor für den Funktionsverlust des Kniegelenks bei Arthrose. Damit hat die Verbesserung der Muskelkraft in diesen Fällen oberste Priorität. Dieses Ziel wird normalerweise am besten durch ein Krafttraining mit hohen Lasten erreicht. Dabei entstehen jedoch auch hohe Gelenkkompressionen, die bei Menschen mit Arthose zu erheblichen Schmerzen führen und ein effektives Krafttraining unmöglich machen. Hier ist KAATSU besonders gut einzusetzen, da nur minimale Lasten notwendig sind.

Der altersbedingte Muskelverlust ist jedoch auch ohne arthrotische Degenerationserscheinungen ein wichtiges Argument für regelmäßiges Muskeltraining. Ab dem 30. Lebensjahr geht die Muskelmasse um 0,3-0,5% pro Jahr zurück und ab 80 Jahren bleiben nur 50% der Muskulatur eines 25-jährigen. Altersbedingter Muskelverlust erhöht nicht nur das Sturzrisiko, er kann ebenso zu einer Insulinresistenz oder Störung des Glucosemetabolismus führen. Der Erhalt von Muskelmasse hat daher gerade für Ältere eine besondere Bedeutung.

Nakajima und seine Kollegen (2010) konnten durch KAATSU-Muskeltraining bei älteren Patienten mit ischämischer Herzkrankheit positive Wirkungen erzielen. In dieser Studie trainierten 7 Patienten (mittleres Alter 52 Jahre) ein KAATSU Beinkrafttraining, bestehend aus Beinstrecken, Beincurls und Beinpresse. Die Probanden absolvierten jeweils 4 Sätze mit 20-30% der Maximalkraft und 30 Sekunden Satzpause, 2x pro Woche für 3 Monate. Die Kraftwerte stiegen im Bereich von 15-17%, was sehr bemerkenswert ist, da für derartige Kraftzuwächse  im traditionellen hochintensiven Krafttraining normalerweise Blutdruckspitzen erreicht werden, die für die Patienten mit dieser Vorerkrankung kontraindiziert sind.

 

Fazit

KAATSU Training zeigt für Ältere viele Vorteile und kaum Risiken. In Japan wird es bereits flächendeckend und systematisch seit den 1980ern engesetzt. Die Studienlage bestätigt die Praxis mit folgenden Punkten:

  • Signifikanter Muskelaufbau
  • Minimale Belastung der Gelenke
  • Erhöhte Wachstumshormonausschüttung
  • Gesteigerter Knochenmetabolismus
  • Verbesserung der Blutgefäßfunktionen
  • Entlastung der Herzarbeit