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Wundermolekül Laktat

Die physiologischen Mechanismen hinter KAATSU hängen mit der Bildung von Laktat zusammen. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sehen das Molekül in völlig neuem Licht.

Ein typisches Kennzeichen der KAATSU-Methode ist die erhöhte Laktatproduktion, die bereits bei geringen Belastungen metabolische Reaktionen von deutlich höheren Intensitäten hervorruft. Bekanntheit erlangte das Laktat im deutschsprachigen Raum durch das umfangreiche Forschungsinteresse in der deutschen Sportmedizin. Das Molekül wurde zunächst als Nebenprodukt des anaeroben Stoffwechsels klassifiziert und mit großem Enthusiasmus in der Ausdauer-Diagnositk als Messgröße für die Ausdauerleistungsfähigkeit und Ermüdung verwendet. Mittlerweile die Rolle von Laktat bei der Ermüdung und Übersäuerung von vielen Wissenschaftlern angezweifelt, sogar das Gegenteil wird vermutet: Laktat wir zunehmend als wichtiger Faktor bei der Gegenregulation von muskulärer Ermüdung beschrieben.

Noch in den 1990er Jahren galt Laktat als Stoffwechselabfallprodukt, das zu nichts nutze sei und im Bereich der Rehabilitation wurde es sogar als schädlich angesehen. Der aktuelle Forschungsstand zum Laktat hat jedoch zu völlig neuen Einsichten in seine Funktion und Wirkungsweise geführt. Laktat spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von zahlreichen Organfunktionen, die mit einer Beeinflussung verschiedener Hormonfunktionen zusammenhängen. Darunter fällt beispielsweise die Beeinflussung des Testosteronspiegels, die Neubildung von Blutgefäßen und Mitochondrien, die Kollagensynthese und die Neubildung von neuronalen Verknüpfungen. Laktat ist zudem ein wichtiger Energieträger für das Herz und kann Entzündungsprozesse positiv beeinflussen.

Physiological role of lactate in the body: Lactate acts as an alternate fuel in the body during endurance training; acts as energy source in brain through neuron astrocyte lactate shuttle; acts as a source for gluconeogenesis and also acts very often as a lactormone (hormone).

Abbildung: Physiologische Rolle des Laktats im Körper: Laktat wirkt als alternativer Treibstoff im Körper während des Ausdauertrainings; wirkt als Energiequelle im Gehirn durch neuronale Astrozyten-Laktat-Shuttle; wirkt als Quelle der Glukoneogenese und wirkt sehr oft auch als Laktormon (Hormon). Mishra, Deepshikha & Banerjee, Debabrata. (2019).

 

Die adäquate Steuerung von Entzündungsprozessen kann die Wundheilung positiv beeinflussen. In diesem Zusammenhang spielt langfristig die Durchblutungssituation der entsprechenden Bereiche eine wichtige Rolle. Hier kann das Blutflusstraining aus Japan entsprechende Voraussetzungen verbessern, da neben der Laktatproduktion auch die lokale Durchblutung signifikant verbessert wird.

Titelbild: Jynto, CC0, via Wikimedia Commons