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KAATSU Training in der Thrombose Therapie

Japanische Forschungsergebnisse zeigen, dass die Anwendung von KAATSU der Bildung von Thrombosen entgegenwirken kann.

Eine häufig gestellte Frage bei KAATSU ist das Thema Thrombosegefahr. Diesem Bedenken liegt die Fehlannahme zugrunde, bei KAATSU handele sich um ein Okklusionstraining. Eine Okklusion ist jedoch mit den KAATSU Air Bands technisch unmöglich, sie wurden aus Sicherheitsgründen so konstruiert, um eine Okklusion zu verhindern. Mehr dazu in folgendem Artikel

Entstehung von Thrombosen

Die Abdichtung von verletzten Blutgefäßen ist eine lebenswichtige Fähigkeit und wird als Hämostase bezeichnet. Der Prozess der Blutstillung ist durch die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) gekennzeichnet und ist auch eine Voraussetzung für die spätere Wundheilung. Die selbe lebensrettende Funktion kann in anderen Fällen tödlich wirken. Wenn die Blutgerinnung innerhalb eines Gefäßes zu einer Verengung oder zum Verschluss führt kann es, je nachdem wo sich der Thrombus befindet, zu einer Lungenembolie, einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt kommen.

KAATSU und Thrombosegefahr

Wie steht es aber nun tatsächlich um die Thrombosegefahr bei KAATSU? Ein bekanntes Beispiel ist eine sogenannte Flug- oder Reisethrombose, deren Name auf die erhöhte Thrombosegefahr durch langes Sitzen während Flügen herrührt.

In einer aufwändigen japanischen Studie (Nakajima und Kollegen, 2007) konnte bei einer Kabinendruck-Flugsimulation von 2.400 Meter Flughöhe ein akuter Anstieg der Blutserumkonzentration von tPA unmittelbar nach KAATSU-Übungen festgestellt werden. Das selbe Programm ohne KAATSU führte zu keiner Veränderung der tPA-Werte. Ähnliche Ergebnisse bei dem Verhalten der tPA-Werte ergab eine andere KAATSU-Intervention, die bei Bettruhe mit negativer kopfseitiger Körperlagerung von 6 Grad für 24 Stunden positive KAATSU-Einflüsse auf die tPA-Werte feststellen konnte.

Tissue Plasminogen Activator, kurz tPA, ist ein Enzym, das von den Endothelzellen der Gefäßwand  gebildet wird und die Blutgerinnung hemmt. Gentechnisch hergestelltes tPA (recombinant tissue-type plasminogen activator, rt-PA) wird therapeutisch bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenembolien zur Auflösung von Thromben (Thrombolyse) genutzt.

In einer anderen Untersuchung (Shimizu und Kollegen, 2016) wurden in einer 4-Wöchigen KAATSU- Trainingsintervention bei Älteren unterschiedliche hormonelle und gefäßaktive Parameter erhoben. Dabei zeigte sich unter anderem eine positive Entwicklung der Thrombomodulinwerte. Thrombomodulin ist ein Eiweißstoff der eine Schlüsselrolle bei der Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) spielt.

Fazit

Unter Berücksichtigung der physiologischen Grundlagen hinter KAATSU und der aktuellen Studienlage, kann hinsichtlich der Thrombosegefahr Entwarnung gegeben werden. Tatsächlich scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein: die KAATSU-Methode hat antikoagulatorische Wirkungen und könnte möglicherweise als nicht-medikamentöser Clot Buster fungieren.